Radio Rimpar

Vollmond-Blog DW 3

Was so passiert in der Rimparer Traumfabrik

Montag, 27.2.2012: 20 Vorstellungen rum. Ein Wahnsinn.

Gestern waren nochmal 220 Leutchen im Kino. 90 % davon hatten noch nie was vorher von uns gesehen - eine Riesenquote. Aus  den zufriedenen Gesichtern und den guten Gesprächen danach zu schließen hat es den Besuchern ausnahmslos gut gefallen.

Jetzt geht's erst mal an die Produktion der DVD, und auch die droht im positiven Sinne ein Renner zu werden...

Montag, 13.2.2012:  die Tour ist vorbei...und es gibt einmal Nachschlag.

19 Vorstellungen, fast 3500 Zuschauer - die Vollmond-Tour 2012 ist gelaufen. Der Vergleich mag zwar etwas hinken, aber so ungefähr müssen sich Musiker fühlen, wenn sie Konzerttourneen veranstalten: ich bin "etwas" ausgepowert. Schließlich will man ja die Publikumsreaktionen sehen und hören, daher war ich bei JEDER Vorstellung anwesend. Aber jetzt ist auch mal gut. Vorerst wenigstens, denn wir haben nochmal eine Zusatzvorführung am Sonntag, den 26. Februar um 11 Uhr im CinemaxX anberaumt, für den es sogar auch schon wieder Vorbestellungen gibt. Die Reaktionen waren bis zuletzt sowas von positiv - das macht die Luft für's nächste Mal eindeutig dünner. Da sind sich Johannes Wolf und ich als Chefautoren einig. Johannes war gestern in der letzten Neunerplatzvorstellung, er kannte "Vollmond" ja nur auf dem Papier, sprich: dem Drehbuch, wo er an den Dialogen mitgefeilt hatte. Und auch er war zufrieden und ging mit nem Grinsen auf dem Gesicht, was wohl sagt - wir haben anscheintz nahezu alles richtig gemacht. Und ich rede jetzt über die Geschichte, nicht über die Technik, sonst bricht hier die alte Diskussion aus, was man da nicht noch alles hätte besser machen können. Ich betone nochmal: die Technik hat sich der Geschichte unterzuordnen und nicht umgekehrt. Diesen Fehler begehen viele andere Filmer, wir jedoch nicht. Jedenfalls nicht solange ich hier noch was zu sagen habe :-)

Ein Ärgernis während der ganzen Tour waren die teilweisen Erlebnisse bezüglich der Kartenreservierungen, wie bereits im vorigen Blogeintrag erwähnt. Im Neunerplatz kam ganz besonders die Unsitte mancher Zeitgenossen zu Tage, erst Karten zu bestellen, aber dann einfach ohne abzusagen nicht zu erscheinen. Viele Interessierte kamen wegen des Vermerks "ausverkauft" auf unserer und der Theater-Homepage erst gar nicht zur Vorführung, dabei wäre zumindest an den ersten drei Tagen immer noch ein wenig Luft bzw. Platz gewesen. Und das, weil ein paar Hohlspacken es nicht für notwendig erachteten, zumindest anzurufen und die Karten freizugeben, die sie vorbestellt und dann nicht abgeholt hatten. Das ist unmöglich, sowas. Spricht aber auch für die immer mehr um sich greifende Unverbindlichkeit der gesamten Gesellschaft.

Nichts desto trotz möchte ich mich bei allen Zuschauern bedanken, die uns mit ihrem Besuch bei uns, ihrem Lachen und ihren positiven Reaktionen so viel Freude bereitet haben. Wir werden uns bemühen, auch mit dem nächsten Projekt "Falschspieler" bei Euch zu punkten.

Und ich sag nochmal Danke an meine Crew, die vor allem im Kino so tüchtig mitgeholfen hat, damit alles nahezu reibungslos ablaufen konnte. Und dem gesamten Cast, der so irre bunt war und trotzdem homogen funktionierte. Ohne Euch wär des fei nix worrn ;-)  

Halbzeit, Sonntag, 29.1.2012, nach rund 1800 Zuschauern: allen Menschen Recht getan... 

Nach zehn Vorstellungen (darunter einer geschlossenen Veranstaltung für den Richter- und Anwaltsverein Würzburg) sind wir etwas über Halbzeit unserer "Vollmond"-Tour. Sieben davon waren ausverkauft, und wir kommen derzeit auf ca. 1800 Besucher - das ist ganz ordentlich, würde ich sagen. Nachdem wir jetzt schon wissen, dass die vier Vorstellungen im Neunerplatz mittlerweile auch ausverkauft sind (macht nochmal 400 Zuschauer zusätzlich) plus noch vier im CinemaxX, von denen vermutlich zwei auf jeden Fall ausverkauft sein werden, gehen wir diesmal vermutlich mit über 3000 Gästen nachhause. Das wäre dann ein neuer Rekord.

Dabei hat es bislang allen gut gefallen. Negatives über den Film bekam man nicht zu hören, das ist fast schon erschreckend ;-) Wobei es beim Reservieren der Tickets schon manchmal seltsam zugeht. Obwohl man auf dem Reservierungs-Anrufbeantworter deutlichst sagt, wann ausverkauft ist, wollen Leute dann doch für genau diese Termine bestellen und behaupten dann an der Kinokasse, wir würden uns "undeutlich ausdrücken". Oder mancher vergisst, den Button "Reservierung absenden" beim Reservierungsformular zu drücken, steht dann an der Kinokasse und wirkt sehr verwirrt, wenn man ihn nach der Bestätigungsmail fragt, die jeder andere der bisher über 800 Online-Reservierer gekriegt hat, der korrekt vorgegangen ist... Dann schlägt die Wut über das eigene Unvermögen um in schnippische Vorwürfe an unsere Kassenkräfte. Das werde ich wohl nie verstehen. Muß ich auch nicht. Oder wie heute: es wird steif und fest behauptet man habe auf "Müller" reserviert, stellt aber dann kleinlaut fest, dass man doch "Meier" angegeben hat, worauf sich alles wieder in Wohlgefallen auflöst. Na ja, allen Menschen Recht getan... Ganz hart auch die Dame, die anrief und meinte, ihre Söhne kämen gerne zu spät und ob der Vorfilm entsprechend lang dauern würde, damit die Buben trotzdem noch rechtzeitig zum Beginn des Hauptfilms da wären. Da bleibt kein Auge trocken bei solchen Fragen.

ALLGEMEIN: Volle_Kassen.jpg 

Wir freuen uns jedenfalls über die 99 % der anderen Besucher, die freundlich und fröhlich ins Kino rein- und danach wieder rausgehen.

Nach den Premieren: Dienstag, der 17. Januar 2012 - der VOLLMOND leuchtet 

Nachdem ich hier eine ganze Weile nix geschrieben hab... Wir haben bis zur Premiere am 13. Januar gewuselt, um eine für uns kleine technische Revolution bewerkstelligen zu können. Erstmals wird ein Film von uns nicht mehr von Magnet- oder Digitalband projeziert, sondern rein digital von einem Mediaplayer bzw. einer Art mobiler Festplatte. Auf die Idee brachte uns - wie auch schon bei der Story - unser "Technik-Brain"-Man Jochen Krapf. Die Crux bei dieser Art der Projektion ist nur, in welchem Format man den Film auf so einen Player kriegt. Das Experiment gelang unserem Allrounder Uwe Beck von sixbeckmedia (der, der auch für das CI-Design der ganzen Dadord-Kampagnen verantwortlich zeichnet), der uns dann auch mit dem notwendigen technischen Equipment ausstattete. Dazu verlegten wir dann in unserem Premierenkino Daxbaude gleich auch noch eine neue Strippe im sog. HDMI-Standard zu unserem ebenfalls neuen (und eigenen...) Beamer, und fertig war das neue Projektionserlebnis.

Hat sich auch gelohnt. Zwar haben wir bei der Premiere nach 5 Minuten versehentlich den Strom zum Beamer gekappt, weil wir die falsche Sicherung zum Abschalten der Saalbeleuchtung rausgedreht hatten (...), aber das Publikum war in dermaßen guten Stimmung, dass dies soweit niemand gorß gestört hat. Ich war ja a weng skeptisch, wie die Leute auf diesen etwas anders konzipierten Dadord reagieren würden. Aber: man lernt nie aus, das hat mir das ganze Premierenwochenende mit drei ausverkauften Vorstellungen in der Daxbaude bewiesen. Waren bei der Premiere selbst die anwesenden Darsteller und Insider voll am Ablachen, gingen trotzdem alle anderen Zuschauer trotzdem ab wie die Zapfen. Beinahe jeder Gag saß und fand seine Lacher... Ich war dann jedenfalls sehr beruhigt ;-)

Ein Bericht über diese Premiere ist hier nachzulesen:

http://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Premiere-des-neuen-Dadord-Wuerzburch;art736,6559441

Für's Kino bahnte sich auch Neues an. Da im CinemaxX-Saal 1 mittlerweile auch digital projeziert wird, versuchten wir, unseren Film in die entsprechende Codierung des etwas exotischen JPG 2000-Formats zu wandeln. Uns Uwe hat dazu recherchiert wie ein Weltmeister, sogar die Anleitung des Projektors aus dem Netz geladen, vier verschiedene Fassungen gerendert - aber keins der Teile wollte via USB-Stick auf der digitalen Riesenkiste laufen. Bis wir den Umweg über unseren schon in der Daxbaude bewährten Mediaplayer und einen Upscaler wählten, und siehe da: erstmals lief ein Film von uns über einen Kinoprojektor. Zwar haben unser Bastian Samfaß und Cheftechniker Peter Hagen vom CinemaxX noch gut zu rudern gehabt, um die Schärfe hinzubringen (für die Technikgeilen: das ist ein 3-D-Projektor, bei dem bei einer 2D-Projektion wie der unsrigen ertsmal die Linsen richtig übereinandergschoben werden müssen...), aber am Premierenabend, dem 16. Januar, lief alles wie geschmiert. Zwar offenbart natürlich eine solch große Projektion jede Schwäche im Bild stärker als auf der kleinen Daxbaudenleinwand oder daheim auf dem Fernseher - der Bombenstimmung im Saal tat dies jedoch keinen Abbruch. Die "Öberen" von Stadt und Landkreis Würzburg waren erstmals beide gleichzeitig zu Gast, "King George" Rosenthal zum allerersten Mal, Landrat Eberhard Nuss ist ja schon lange ein Fan von uns. Beide waren auf alle Fälle schwerst begeistert vom "Vollmond", und Komplimente aus solchen Mündern gehen freilich runter wie Öl. Aber auch die anderen anwesenden, knapp über 200 Gäste zeigten sich hocherfreut und bestens unterhalten. Und genau darauf kommts an! Jetzt gehts erst richtig los, weitere zehn Termine im Kino und nochmal vier im Neunerplatz stehen auf dem Programm.

Ach ja. Am kommenden Donnerstag reisen Bastian, Ulf und ich nach Nürnberg zu "Frankenschau aktuell" vom Bayerischen Fernsehen. Wie es dazu kam - blogge ich wenn's rum ist ;-)

Wasserstandsmeldung: Montag, der 12. Dezember 2012 - zwischen Post-Production und erstem Screening 

Es hängt ja schon immer viel dran an so nem Projekt. Und da ich nicht der Typ bin, der erst eine Stunde vor der Premiere mit dem zu zeigenden Film fertig ist, lege ich Wert auf Vorlauf. Die Szenen sind soweit montiert. Noch fehlt eine kleine, aber aufwändige Pixelfehlerkorrektur im Vorspann, die an unseren Corporate-Identity-Designer Uwe Beck "fremdvergeben" ist, ebenso wie der Abspann. Die Musik unseres Haus- und Hofkomponisten Klaus Wolf soll soweit bis Mitte der Woche fertig sein. Ich selbst bin am Zusammenstellen der Out-Takes und Hintergrundblicke, die sich beim Publikum ja auch immer recht großer Beliebtheit erfreuen. Da gilt es, sich durch eine Menge an Material (gedreht von unserem Making-Of-Kameramann Bert Krapf) zu wühlen. Plakate, Flyer und Eintrittskarten sind gedruckt. Dann steht bald ein erstes Test-Screening mit unseren Kameraleuten Hans-Bernd und Bastian an. Bin gespannt :-)

Drehtag 32: Freitag, der 11. November 2011 - Product Placement und ein dübbischer Strick-Fauxpas

Diesen Dreh habe ich zugegebenermaßen etwas sehr lange vor mir hergeschoben. Hat dann aber doch noch geklappt, schließlich musste dazu Stricks Golf-Cabrio erneut organisiert werden. Und der Hagenauer'sche Abschleppwagen, gesteuert vom Senior-Chef selbst. Um was es da genau geht, kann ich hier natürlich nicht verraten. Ich sag nur: notfalls macht man sich selbst seinen Behindertenparkplatz :-) Und man spielt Sommer, obwohl es außen Minustemperaturen hat. Aber damit hat Wolfgang Laug aka Polizeioberkommissar Harry Strobel ja sattsam Erfahrung sammeln können. Beim "Tod im Wengert" durfte er schon mal Juli spielen und November drehen :-)

Drehtag 31: Donnerstag, der 27. Oktober 2011 - der Anfang kommt zum Schluss  

Ich gebs zu - den Prolog, also die Einstiegsszene in den Film habe ich ein wenig vor mir hergeschoben. Es musste auch zeitlich passen, da alle "Polizisten" mit von der Partie sein mussten, der Nachtwächter Zeit haben musste und natürlich das Wetter passen sollte. Als Drehort für den Fund der ersten blutleeren Leiche hatten wir uns die Innere Pleich ausgesucht, eins von Würzburgs ältesten Vierteln. Verwinkelte Gassen, aber dennoch durch Geschäfte, Büros und Kneipen mit Leben gefüllt. Und trotzdem haben wir ein ruhiges Eck erwischt, in dem unsere "Leiche" Jonas Compensis ziemlich fahl und blutleer herumsitzt und vom Nachtwächter Günter Stock bei einem seiner Rundgänge gefunden wird. Es war auch wieder so eine Szene, die im Kopf ein wenig anders aussieht als dann bei der Realisierung. Aber nicht sehr viel anders. Ich denke, dass wir (trotz ein paar kleinen Differenzen bezüglich Kameraeinstellungen und Texthängern) eine stimmige Szene gedreht haben, die den Zuschauer in den Film "hineinzieht" - vor allem. weil sie sich halt nicht ganz so ernst nimmt und von den Dialogen her schon den ganzen, derzeit immer noch herrschenden Vampirhype aufs Korn nimmt. Und das in drei Dialekten: Hochdeutsch, Fränkisch und Schwäbisch.

An sich wäre jetzt alles im Kasten. Aber nur an sich. Offiziell war dies der letzte Dreh zu unserer Produktion. Es steht aber noch ein Shooting an, in dem unser Hauptsponsor wieder mit von der Partie ist. Stichwort: wir machen uns unseren eigenen Behindertenparkplatz...

Drehtag 30: Dienstag, der 25. Oktober 2011 - kurz und knapp 

Wieder so ein Hit-and-run-Dreh, aber irgendwie notwendig. Susi und Gerald aka Kommissar Rabe und seine Freundin, die Kommissarin Müller mit dem Auto in der Stadt. Warum kann ich hier nicht verraten, aber die 30 Sekunden-Szene erklärt eine Begebenheit zum Schluss des Films und hat Auswirkungen auf den nächsten Streifen, wenn wir ihn realisieren :-) War alles ziemlich schnell im Kasten, danach fanden wir zu Dritt auch noch die Zeit auf eine Tasse Kaffee und ein nettes halbes Stündchen an Plauderei.

Drehtag 29: Sonntag, der 16. Oktober 2011 - das Corps Herbipolis

Mit Studentenverbindungen/Corps/Burschenschaften/Bünden ist es ähnlich wie mit professionellen Karnevalsbetreibern: sie verstehen keinen Spaß und sind kniebohrig genau, was die Umstände ihres Seins anbetrifft. Sobald man in ihren Augen etwas nicht 1000 % korrekt wiedergibt, drehen sie am Rad... :-) Egal. Mit unserem fiktiven Corps Herbipolis haben wir eine Studentenverbindung/Corps/Burschenschaft/Bund (für die "echten": bitte zutreffendes ankreuzen...) geschaffen, die prominent besetzt ist. Also seitens der Komparsen. Bürgermeister, Rechtsanwälte, Richter, Versicherungssachbearbeiter, Fernseh- und Sexshopverkäufer und was weiß ich noch alles :-)  Wir waren zwar mit vier Stunden Drehzeit für unsere Verhältnisse gut dabei, aber es hat sich auch hier gelohnt. Und Gerald Schneider und ich im Anzug hatte was von Pulp Fiction für Arme. Beim Filmgucken mal aufpassen: Geralds Wutausbruch ist sensationell gespielt!

Drehtag 28: Donnerstag, der 13. Oktober 2011 - Do it again, Ahmet!  

Hier hat sich mal wieder gezeigt - wenn man einen Dreh wiederholt, weil er beim ersten Mal aus welchen Gründen auch immer nix war, kann auch was Gutes dabei rauskommen. Ich glaube: wir haben eine schöne, stimmige, kleine Schlussszene hingelegt. Ursprünglich tagsüber und draußen vor dem Döner-Treff in der Lindleinsmühle angelegt, verzogen wir uns für die Neuauflage nach innen. Und diesmal war auch meine "Dochder" da, die beim ersten Dreh gesundheitlich verhindert war. Katharina Kolani ist wirklich eine Bereicherung für den Cast, sie hat die Szene - so kurz sie auch ist - wirklich top gespielt. Und Ugy Yurdagül (15 Kilo leichter als in der Ursprungsversion :-) macht als ewig frozzelnder Döner-Verkäufer Ahmet auch immer wieder Spaß. Nochmals Dank an das Wirts-Ehepaar, die uns wie immer unkompliziert erlaubten dort zu drehen. Und die drei osteuropäischen Feierabendbiertrinker, die ganz fasziniert zusahen und uns in Ruhe machen ließen - Ihr habt Euch Euer Bier verdient, Jungs :-)

Drehtag 27: Donnerstag, der 29. September 2011 - Außendreh bei Dunkelheit 

Vor solchen Drehs habe ich eigentlich immer ein wenig Bammel. Viele Darsteller, organisatorisch ist auch Einiges vorher zu stemmen. Meine Assistentin Franzi Kneißl hatte die Anfrage beim Heizkraftwerk und der CTW übernommen, der Dreh konnte planmäßig stattfinden. Voraus ging ein 90-minütiges Pressegespräch von Ulf Pieconka und mir mit der Redaktion des WVV-Kundenmagazins. Wir sind sogar Titelstory im nächsten Heft, das im November erscheinen wird - eine PR-technische Punktlandung zwei Monate vor der Premiere :-) Auch das hat Franzi eigefädelt, dank der Tatsache, dass sie bei der WVV arbeitet :-) Am Set selbst musste ich nach langer Zeit mal wieder kurz einen etwas ruppigeren Tonfall anschlagen. Die Crew vor der Cam hatte sich schon länger nimmer gesehen und räberte ein bisschen zu lange, statt sich auf die Aufnahmen zu konzentrieren. Hat sich aber schnell wieder eingespielt, und wir haben glaube ich eine sehr stimmungsvolle Szene bei Bauscheinwerferbeleuchtung an den Hafensommertreppen hingekriegt. Und mit Johanna Ort, die wir bei unserem letzten Casting kennen gelernt hatten, haben wir auch eine wirklich hübsche Leiche gehabt... Beim Schnitt freue ich mich auch wieder auf Wolfgang Laug alias Harry Strobel, der nachdem er sich warmgespielt hatte wieder dermaßen locker rumimprovisiert hat, dass es eine Lust ist, ihm beim Spielen zuzuschauen. Eine Bildergalerie dazu gibt's hier.

Drehtag 26: Sonntag, der 25. September 2011 - Drehflashback mit lauter Goths :-) 

Also erstmal war's für uns ein Drehflashback mit der Location an sich. Vor 21 Jahren hatten wir schon im alten Immerhin am Friedrich-Ebert-Ring gedreht (seinerzeit für den zweiten Mee-Cop), jetzt führte uns unser Dreh-Weg in den neuen Sitz des etwas anderen Szenelokals: unter den Posthallen am Bahnhof. Erinnerte mich von der Einrichtung her auch sehr an unser altes JuZ in Rimpar, aus dem wir von rrtv ja eigentlich rausstammen. Noch cooler war aber die personelle Ausstattung der Szene - über 30 überwiegend "echte" Angehörige der Goth-Szene, die von überall her extra für den Dreh kamen. Was mir sehr positiv an den Damen und Herren auffiel, war ihre Hilfsbereitschaft und ausgesprochene Freundlichkeit. So wurde unsere Claudi Großkopf von denen "richtig" zurecht gemacht, auch Gastdarsteller Christian Pier sah am Ende als Barkeeper aus wie Keith Flint von The Prodigy (Insider wissen, wie dieser Irre aussieht :-) . Der Dreh verlief insgesamt harmonisch, zum Schluß aber etwas hektisch: in den Kellern sind auch zahlreiche Band-Übungsräume, und eine Kapelle war nur etwas schwierig zu überzeugen, während des Drehs im Eingangsbereich vor dem Immerhin mal für eine halbe Stunde mit ihrem Geschrubb' aufzuhören :-) Hat dann aber doch ganz gut geklappt, und die Szene ist richtig cool geworden. Sehr schöne Bilder vom Set findet Ihr hier.

Zwischendrin... Sonntag, der 18. September 2011 

Etwas zäh alles, allerweil... Die Urlaubszeit ist dieses Jahr und bei diesem Projekt sehr auseinandergezogen. Kommt der eine Darsteller zurück, sitzt der andere schon im Flieger und umgekehrt... Vor uns liegen zwar nicht mehr viele Szenen, aber ein paar von diesen, die noch zu drehen sind erfordern die ganze Cop-Crew auf einmal. So wie's aussieht, wird die Eröffnungsszene die letzte Szene sein, die wir zu diesem Film drehen werden. Die Deadline von Ende Oktober kann aber auf jeden Fall eingehalten werden. Da 99 % der bisher abgedrehten Szenen schon geschnitten sind, müssen diese nur noch feingetunt und montiert werden. Unser Musiker Klaus Wolf wird bald 'nen Anruf von mir kriegen :-)

Jedenfalls steht in einer Woche der Dreh einer ganz besonderen Party auf dem Programm - Goths feiern im Immerhin unter der Posthalle, und unsere Kommissare Rabe und Susi Müller suchen dort einen Verdächtigen. Das wird bestimmt ein Spaß, isch schwör' !

Drehtag 25: Freitag, 2. September 2011: Hit and run mit Polizei 

Kleine Sachen gehen schnell und unbürokratisch, aber mit gewisser Hinterlist. Die Hit and Run-Drehs mag ich auch gerne, in dem Fall war ich selbst die Ein-Mann-Crew. Ich kann und will nicht näher drauf eingehen (Ihr seht's im Film ja eh), aber: unsere Uniformierten Claudi Großkopf und Wolfgang Laug alias Tina Aschenbrönner und Harry Strobel haben auch diesmal ein Arbeitsgerät :-)

Drehtag 24: Samstag, 27. August 2011: und wieder am Marktplatz, aber wie! 

Da sind wir echt mit einer Rumpfcrew angetreten - ähnlich wie bei den Schauspielern sind auch von der Mann-/Frauschaft ziemlich viele im Urlaub. Dafür war's der erste Dreh mit Hund, denn Andys Luna durfte einen Verbindungshund spielen. Und zwar von der eigens für "Vollmond" kreierten Studentenlandsmannschaft "Corps Herbipolis", in der Szene vertreten durch die beiden Rechtsanwälte Sieghart Böhme und Bernd Spengler, in deren Kanzleiräumen wie schon seit Jahren unsere Filmkanzleiszenen drehen dürfen. Der Dreh lief recht routiniert ab, viel Dialog zwischen Gerald und mir und sieben Versuchen, Bernd Spengler bei seinem langen Satz eine einheitliche Sprechlautstärke zu entlocken :-) Ansonsten - viel gelacht und eine Bratwurst gekillt :-)

Drehtag 23: Montag, 8. August 2011: in der Abendsonne auf der Festung 

Die Stunden zwischen 19 und 21 Uhr am Abend sind auf der Festung Marienberg die ruhigeren. Wenig Touristen und noch keine Nachtschwärmer - deshalb suchten wir uns diese Uhrzeit zum Einschießen von zwei Szenen aus. Strick führt dabei sein neues Gefährt aus, ein VW-Golf 1-Cabrio - ich selbst habe vor 25 Jahren zwei dieser Kübel gefahren. Keine Servolenkung, die Kupplung kommt irgendwann...so hatte ich bei Fahren quasi einen Flashback in die Urzeiten von radio rimpar tv :-) Der Dreh selbst lief routiniert ab. Kein Wunder, denn unser fiktiver Festungsdirektor Dr. Dorfner wird vom großartigen Wernher von Schrader gespielt, wo es Lust macht zuzuschauen und selbst mit ihm agieren zu dürfen.

Dann setzten wir noch eine klitzekleine Szene um, die im Drehbuch selbst nur mit einem Satz beschrieben ist, aber enorm wichtig ist für den Film selbst. Und deshalb kann ich an dieser Stelle nicht detaillierter drüber schreiben, obwohl ich es gerne würde. Denn wir haben dabei nen Mordsspaß gehabt :-)

Drehtag 22: Sonntag, der 31. Juli 2011: auf großer Fahrt... 

Wenn ich am Drehbuchschreiben bin, hab ich manchmal seltsame Einfälle. Wenn die dann plötzlich real werden (weil die Verfilmung ansteht), kann ich es selbst manchmal nicht fassen. So auch hier: über 40 Statisten, ein Reisebus und ein grenzdebiler Reiseleiter machten sich auf "große" Fahrt. Na ja, wir kutschierten ein wenig im Nordosten Würzburgs rum, denn so groß wird die Szene auch nicht. Aber Spaß hats allen gemacht. Viele der Statisten waren bei unserem Casting vor einem Jahr, und wir haben uns auf diese Weise bei ihnen für ihren Mut bedankt, sich einer Jury zu stellen. Die Stimmung war ausgesprochen gut, und Achim Beck als Reiseleiter war natrülich wieder sensationell. Achim ist übrigens der einzige Gastdarsteller, der zum zweiten Mal nacheinander bei uns mitspielen durfte. Dies ist hauptsächlich seiner unglaublichen Wandlungsfähigkeit geschuldet, die einen jedes Mal in ihren Bann zieht...

Nach rund 90 Minuten war der Spaß vorbei. Das Resultat kann ja dann im Januar 2012 bewundert werden :-)

Drehtag 21: Sonntag, der 24. Juli 2011: im größten Hörsaal am Hubland...

Die Voranfrage zu diesem Dreh machte ich schon im letzten Jahr. Einfach nur um abzuklopfen, wie kompliziert das Genehmigungsverfahren werden würde. So schwierig war's dann gar nicht. Da wir ja nur drei Stunden drehen wollten, galt dies als "Aufnahmen in geringem Umfang" und war somit gebührenfrei. Denn öffentliche Gebäude wie die Universität, die FH oder auch Residenz und Festung sind normalerweise über einen Kostenkatalog des Innenministeriums belegt, der einen als Amateurfilmer (ja, das sind wir immer noch!) die Ohren anlegen lässt. Egal, am Hubland klappte alles einwandfrei.

Unsere neue Assistentin Franzi hat auch gleich ihren großen Bekanntenkreis als Studenten-Statisten verpflichtet. Mein geschätzter Autoren-Kollege Günter Huth (Verfasser der bekannten Schoppenfetzer-Krimis) mimte auf meinen Wunsch hin den Professor und Birgit Süß seine Assistentin. Große Diskussionen über die Ausleuchtung gab's diesmal nicht: das vorhandene Licht im Max-Scheer-Hörsaal reichte vollkommen aus. Die drei avisierten Stunden nutzten wir auch weidlich aus, um eine schöne stimmige Szene zu inszenieren. Die Crew schaffte wieder sehr professionell zusammen, und auch die Statisten waren diesmal vom Feinsten :-)

Drehtag 20: Samstag, der 16. Juli 2011: ab in die Gruft!

Darüber hatte ich mir im Vorfeld der Dreharbeiten ganz schön den Kopf zerbrochen - wo findet man einen geeigneten Keller, in den man halbwegs unseren eigens angefertigten "Sarg-to-go" eingraben kann? Dank des Randersackerer Bürgermeisters Dietmar Vogel fand sich dann bei Familie Brock in der dortigen Maingasse ein solcher, alter Weingutskeller. Zwei Tage vorher grub Michael Keidel, der Sohnemann meines Gemeinderatskollegen Helmut Keidel, eine "halbtiefe" Grube und der Sarg, gebaut von meinem alten Grundschulfreund und heutigen Lehrerkollegen Michael Walter, fand dort dann seinen Platz. Mit einer kleinen Nebelmaschine und düsterem Licht ist uns glaube ich eine schöne kleine Szene gelungen. Die spielt im Film zwar auf der Festung, aber dort hätten wir das so nie inszenieren können... Spaß hat's gemacht, wenns auch schön schimmlig und warm war.

Drehtag 19: Samstag, der 9. Juli 2011:  die legendäre Wurst und 'ne neugierige Omma.

Wenn man so in aller Öffentlichkeit dreht wie wir das ja gerne mal tun, ist man sich der Aufmerksamkeit der Passanten ja gewiß. Bei diesem Dreh meinte eine Omma, sie müßte sich mitten in die Szene mit reinstellen und den Darstellern beim Dialog zugucken. Wenn's nicht so hammergrotesk ausgesehen hätte, hätte man's sogar fast so lassen können - aber das ging eindeutig zu weit :-) Ansonsten war es ein wirklich schöner Dreh im Herzen von Würzburg. Am Unteren Markt neben bzw. vor dem bei Stadtbildbewahrern so verhassten Petrini-Haus durfte Detektiv Strick den Einbruchsdezernatsleiter Nass (toll gespielt von Theater-As Thorsten Rock) beim Mittagessen belästigen. Das bestand aus der berühmtesten Bratwurst Würzburgs: der "Geknickten mit" vom Stand der Metzgerei Knüpfing. Ein herzliches Dankeschön auch an Chefin Silvia King, die uns das Drehen vor ihrem "Traditionslokal" erlaubte und so ein richtiges Stück Würzburg im neuen Dadord ermöglichte. Der Dialog war sogar recht zügig im Kasten und ein paar Zuschauer hatten wir auch - solche, die sich nicht mitten ins Bild stellten :-) Eine kleine Galerie dazu gibts hier.

Drehtag 18: Sonntag, der 26. Juni 2011: Showdown im Keller... 

In den Kellerräumen des alten Reinfurt-Firmengebäudes in der Gneisenaustraße hatten wir schon drei Tage zuvor die Szenerie für den Showdown hergerichtet und vorab ausgeleuchtet. Viel will ich an dieser Stelle auch gar nicht über die Szene selbst schreiben, es würde zuviel vom Filmende verraten. Jedenfalls waren wir am Ende des Drehtages nach 4 1/2 Stunden mit massig Personal im Untergrund ganz schön platt. Aber es hat sich gelohnt: wir haben nur mit kleinem Licht und unseren Dedos geschafft und eine schöne Stimmung gezaubert. Respekt und Danke an meine ganze Crew, vor allem an Andy Fritz - ohne ihn hätten wir diese tolle Location nicht gekriegt. Ich hatte mir im Vorfeld schon lang den Kopf zerbrochen, wo wir besagte Szene drehen würden können. Durch seinen Hinweis haben wir dann in dem "alten Kasten" drehen können. Andererseits auch schade, dass dieses innen frisch renovierte Gebäude jetzt leersteht. Egal wie - der Dreh hat Spaß gemacht!

Drehtag 17: Sonntag, der 19. Juni 2011: Macht Döner schöner? 

Heute war Improvisationskunst angesagt. Unsere Tochterdarstellerin hatte uns aus irgendwelchen Gründen versetzt, daher mussten wir die Szene umstellen. "Profis" wie wir in solchen Dingen nun mal sind gelang uns das auch ganz gut. Sommer zu spielen, während es stürmt und nieselt ist ein wenig schwerer :-) Egal, ich glaube wir haben für den Schlusstakt alles richtig gemacht.

Dann haben wir zum ersten Mal in unserer Geschichte "vorgedreht", sprich: für den geplanten vierten Dadord mit dem Titel "Falschspieler" setzten wir zwei Szenen um, die ebenfalls am Döner-Treff spielen. Dazu habe ich meinen alten Schulkollegen Bernd Lother reaktiviert, der die Rolle eines - na, was wohl? - alten Schulkollegen von Axel Strick spielt, der diesen ein wenig unter seine Fittiche nimmt. Wir hatten viel Spaß, Bernd spielte ja zum ersten Mal vor der Kamera. Dafür kam es sehr echt rüber, und das ist mir immer sehr wichtig.

Alles in allem nochmals vielen Dank an Ugy Urdagül, der den Dönerverkäufer Ahmet spielt und auch immer die entsprechenden Szenen schreibt. Und natürlich das nette Pächterpaar vom Döner-Treff in der Schwabenstrasse, wo wir immer so unkompliziert drehen dürfen!  

Drehtag 16: Samstag, der 18. Juni 2011: "Daheim" in Stricks Kiez 

Sturm, Kälte und ein alter verknarzter Russe machten uns das Leben heute schwer. Während erstere Umstände halbwegs zu lindern waren, taten wir uns mit dem immer reinredenden Herrn schwerer - er wollte einfach nicht den Mund halten und faselte in einer Tour was von "Die Polizisten machen das nicht richtig" usw. Zum Glück verflüchtigte sich der Kerl, weil ich wirklich kurz davorstand, nach langer Zeit mal wieder bei nem Dreh auszuticken :-) Karin Laug alias Else Kringel fror sich in ihrer Kittelschürz'  fast einen ab, hielt aber tapfer durch und gab wieder Kostproben ihres Talents als fränkische Ratschkachel. Auch ein paar Sechstklässer vom Marktheidenfelder Balthasar-Neumann-Gymnasium gaben als gröhlende Statisten ihr Debut. Die SchülerInnen der Gattin unseres Mitspielers Norbert Edelmann brachten auch gleich ihren Fanclub mit: die Mütter fotografierten und filmten den Kurzeinsatz ihrer Sprößlinge wie die Profis... Morgen früh geht's dann ein paar Meter weiter die Straße runter zum Döner-Treff, wo wir auch zwei Szenen für den übernächsten Dadord "Falschspieler" einschießen werden.    

Drehtag 15: Sonntag, der 22. Mai 2011: Dreh im Untergrund...

Zugegeben, er liegt etwas versteckt, der Schelmenkeller. Dieses urige Lokal gibt's jedoch schon über 20 Jahre lang, und da unser Story-Erfinder Jochen Krapf dort seinen Stammtisch pflegt, haben wir uns den Laden als Drehort auserkoren. Wirt Werner ist ein Original aus Norddeutschland, der sein Idiom trotz so langer Anwesenheit hier in Unterfranken nicht abgelegt hat. Im Film beherbergt das Lokal einen fiktiven Journalistenstammtisch namens "Lange Ohren", die Darsteller sind jedoch allesamt echte Zunftmitglieder: BR-Urgestein Franz Barthel, Main Post-Reporter Manfred Schweidler und die Funkhaus-Stimme Christoph Schmid spielen sich selbst. Sie bekommen mehr oder weniger unfreiwillig ein weinseliges Gespräch zwischen Rabe und Strick mit und machen sich ihren eigenen Reim drauf. Was das für Folgen hat, kann dann ab 13. Januar auf der Leinwand begutachtet werden. Wir hatten jedenfalls viel Spaß beim Drehen.

Für uns war der Dreh in der Pleich auch wie ein Sprung zurück in unserer Filmgeschichte. Zu Zeiten von "Die Rechnung" und dem Sequel "Die Abrechnung" 1984-1986 haben wir viel in dem Viertel gedreht. Ein ehemaliger Kumpel von mir hatte seinerzeit einen Antiquitätenladen dort, in dem wichtige Handlungsteile spielten. Damals hatte die Pleich noch einen recht miserablen Ruf, was uns sicherlich auch dorthin lockte. Heute ist das Quartier wirklich schön hergerichtet und eine Perle im Stadtbild Würzburgs. Deshalb wird man dort auch die erste Leiche finden, soviel sei verraten :-) Jetzt ist aber erstmal eine längere Drehpause von fast drei Wochen angesagt. Zuviele Mitspieler haben Urlaub und sind erst Mitte Juni wieder einsatzbereit. Nichts desto trotz bin ich am aus-checken und organisieren des Restdrehplans. Wir liegen an sich gut in der Zeit und sollten das Pensum locker bis Ende Oktober fertig kriegen.

Donnerstag, der 19. Mai 2011: Exkursion an potentielle Drehorte 

Fast die ganze Produktionscrew traf sich heute abend zuerst am Kulturspeicher, um den Drehort für die Szene zu checken, an dem die zweite Leiche im Film gefunden wird: die Treppen am alten Hafen, wo der kunstbeflissene Bürger sonst den Hafensommer zelebriert. Ein schönes Fleckchen Würzburg, dass für ein "Opfer" nicht ganz so schön in Erinnerung bleiben wird. Wir checkten schon mal vorab, wie wir ungefähr die Einstellungen haben möchten. Gedreht werden soll wie auch am zweiten Ort unserer Begehung, der inneren Pleich, nach Einbruch der Dunkelheit. Dort fahndeten wir etwas intensiver nach einer Location für die erste Leiche und den Einstieg in "Vollmond". Der von mir favorisierte Ort am Pleicherkirchplatz scheidet wohl eher aus - Achtung, Wortwitz! - , denn die Ausscheidungen vierbeiniger Gesellen an den beiden Bäumen rund um das Kirchlein machen es für unsere Leiche unzumutbar, sich länger "hinzulegen", ohne von Brechreiz erfasst zu werden. Zwar fand ich persönlich vor allem den Hundekackbeutelständer dort ganz witzig, aber meine Crew überzeugte mich, ein paar Meter weiter Richtung Bärengasse zu gehen, wo wir bei dem Dreh vermutlich richtig geile Bilder vom alten Pleicherviertel einfangen werden können.

Den Exkursionsabend beschlossen wir im Schelmenkeller, wohin uns unsere Dreharbeiten als nächstes führen werden.    

Drehtag 14: Sonntag, 15. Mai 2011: Die Kanzlei

Unsere Anwaltskanzlei ist ja wirklich auch eine: im Euro-Center residiert schon seit Jahren das Team von Bernd Spengler und seinen Kollegen. Mittlerweile vom 1. in den 3. Stock umgezogen in größere Räumlichkeiten und mit Balkon, was völlig neue Perspektiven beim Dreh eröffnete. So war der Dreh auch in Teilen ein Flashback in die Dadord-Vorgängerserie GalgenStrick, denn erstmals seit "Fröhliche Weihnachten" (2005) war Marion Fischer alias Kanzleichefin Valerie Galgen wieder mal mit von der Partie. Wenn auch nur in einer kurzen Szene, trotzdem war's schön, wieder mit den "alten Mädels" drehen zu dürfen.  

Seinen Einstand als Darsteller bei uns gab der großartige Wernher von Schrader, ein As unter den Würzburger Theaterdarstellern. Er gab seinen Festungsdirektor Dr. Dorfner mit genau der Inbrunst, wie ich die Rolle geschrieben hatte. Ich freue mich auch schon auf die beiden Ausseneinsätze, die wir noch mit ihm haben werden.

An jenem Tag drehten wir drei Szenen und Szenenteile ab. Das nicht immer alles so glatt abgeht, zeigte sich während und nach dem Dreh. Da gibt es unterschiedliche Ansichten über die Beleuchtungstechniken, da ist auch mal jemand beleidigt wenn's nicht so zugeht wie gewünscht und ich als alter Harmoniebär muß mir angewöhnen, doch mal konkretere Anweisungen zu geben...wir werden sehen, wie es weitergeht :-)  

Drehtag 13: Sonntag, 8. Mai 2011: Neue Büros für unsere "Polizei"

Schon bei "Tod im Wengert" drehten wir eine Szene in den Büroräumen der Handwerkskammer Service GmbH, meinem Arbeitgeber in Sachen Schule. Aus der Zeitnot geboren verlegten wir diesmal alle Büroszenen dort in die Daimlerstraße. Zentral gelegen, für jeden aus allen Richtungen leicht erreichbar und modern eingerichtet sind das jetzt die Büros, die am echtesten nach "Polizei" aussehen. Dekoriert mit Werbeplakaten der echten Ordnungshüter und Fanutensilien der Würzburg Baskets, die kurz zuvor den Aufstieg in die 1. Basketball-Bundesliga geschafft hatten, machte das Drehen dort wirklich viel Spaß. Zwar begann die Woche mit einer echten Hiobsbotschaft (unsere Kommissarin Susi fällt uns wochenlang wg. Krankheit aus), und auch am Drehtag selbst drohte unser KTU-ler Norbert flachzuliegen, dennoch wurde es ein schöner Dreh. Norbert schleppte sich ans Set und agierte trotz leichter Schmerzen souverän wie immer. Susi schrieben wir aus den Szenen heraus und machten aus der Not 'ne Tugend: immer wieder wird nach ihr gefragt, und Wolfgang "Strobel" Laug setzt in der Schlußszene mit einer ganz bestimmten Feststellung wieder einen seiner unvergleichlichen Sprüche :-) Kurzum: es war ein produktiver Dreh von fast fünf Stunden Dauer. Viel für unsere Verhältnisse...

Drehtag 12: Freitag, 29. April 2011: Dreh mit Oberbürgermeister Georg Rosenthal

Seine Vorgängerin Pia Beckmann hats schon mit uns getan, Domkapitular Jürgen Lenssen und die Stadträte Erich Felgenhauer und Willi Dürrnagel ebenso, sein Stellvertreter Adi Bauer sogar schon zweimal: sie waren die Promi-Vertreter Würzburgs in unseren Filmen. Als ich im Rathaus bei Pressesprecher Christian Weiss nachfragte und die Szene beschrieb, sagte Rosenthal spontan zu, bei unserem neuen Dadord mitzumachen. Das Wetter drohte uns zunächst einen Strich durch die Rechnung zu machen. Es fing an zu regnen und ein Donnergrollen zog über die Stadt. Zum Glück verspätete sich der OB wegen eines Staus in der Nürnberger Straße und siehe da: kaum kam er durch die schwere Tür in den Ehrenhof, fing die Sonne an zu scheinen.

Und er ging die Sache locker an. Zwar improvisierte er anfangs ein wenig zu arg und zu lang - da wollte er wohl Frnaz Barthel ein wenig nacheifern, der seinen Text hervorragend uminterpretierte - im zweiten Anlauf war's jedoch perfekt. Denn ein wenig Realitätsnähe sollte schon sein, meinte Georg Rosenthal und baute mit in seinen Text ein, dass "man die Ängste der Bürger schon ernst nehmen sollte". Schließlich geistert ja nicht jeden Tag scheinbar ein Vampir durch die Straßen der Domstadt und meuchelt harmlose Mitmenschen... Nach gut 30 Minuten war die Szene im Kasten, und ich bin mir sicher, dass sie bei den Zuschauern für Heiterkeit sorgen wird.

Drehtag 11: Sonntag, 24. April 2011: Hit And Run-Dreh am Justizzentrum

Sozusagen ein Osterspecial. Wir drehten am alten Eingang zum Amtsgericht die Schluss-Stellungnahme von Staatsanwalt Kessler (Ulf Pieconka) und Hauptkommissar Wolf (Christian Klühspies), die Rabe & Co. gegen Ende des Films in ihrem Büro im Fernsehen sehen. In zehn Minuten war die Nummer im Kasten. Und es war auch Christian Klühspies einziger Auftritt im neuen Dadord - laut Handlung war er auf Kommissariatsleiterlehrgang, was Gerald Schneider alias Kommissar Rabe mehr Raum zum Agieren ließ. Unterstützt wurden wir mal wieder von unserer abgängigen "Kabelschlampe" Navina, die ja seit einiger Zeit im hohen Norden "richtiges" Fernsehen macht und auf Heimaturlaub weilte. Schön, dass sie immer wieder fragt was anliegt, wenn sie im heimatlichen Franken ist. Wir haben sie gerne dabei beim Drehen.

Drehtag 10: Montag, 18. April 2011: Zuhause an der Theke vom Loisl in Grombühl

Nach dreiwöchiger Pause gings weiter. Ein Ort, an dem das Drehen immer Spaß macht, ist die kultige Grombühler Kiezkneipe "Zum Loisl". Rabe und Strick machen hier nach "Tod im Wengert" zum zweiten Mal - und bestimmt nicht zum letzten Mal - Station. Neu war, das hinter der Kamera die "2-nd Crew" zum Einsatz kam. Bastian fällt bis Mai mit Bandscheibenvorfall aus, Hans-Bernd war beruflich verhindert. Aber Respekt: Jochen und Ulf haben die Szene sehr schön gesetzt, auch die Ausleuchtung gefiel mir besser als beim letzten Mal. Von der Handlung her sowieso: eine typisch fränkische Ein-Wort-Unterhaltung (gar nicht so einfach, das zu spielen...) plus Hefe in Strömen. Und wir haben einen alten Gag von Daxbauden-Wirt Wolli Betz aus "Die Tore von Babylon" mit eingebaut, den diesmal Kneipenchef Loisl neu interpretiert. Lasst Euch überraschen! Den Abend ließen wir dann bei angenehmen Frühlingstemperaturen auf der Biergartenterasse dort ausklingen. Das Leben kann so schön sein...

Drehtag 9: Sonntag, 27. März 2011: Familienleben a la Strick im Weingut am Stein

Es war a weng a Gezerr, bis wir den Drehtermin organisiert hatten. Die Gästewohnung des Weinguts Knoll am Stein dient ja schon seit dem ersten Dadord vor vier Jahren als Film-Wohnung von Martina Woller-Völp alias Sandrine da Silva. Und ich durfte zum ersten Mal richtig mit Text in diesem Film vor die Kamera. Na ja Text - ich hab in drei abgedrehten Szenen zusammen gerade mal fünf Sätze sagen müssen. Das hab ich grad noch hinbekommen :-) Wichtig war die Handlung dieser Szenen. Und dass meine neue Filmtochter Katharina Kolani ihren ersten Auftritt hatte. Ich glaube, ihr hats ganz gut gefallen. Sie ist ja schauspielerisch auch lange unterwegs und spielt vorwiegend am Chambinzky. Auch sie kriegt erst im kommenden Dadord "Falschspieler" so richtig zu tun. Aber das ist ne andere Baustelle und Zukunft.

Am Stein zu drehen ist immer cool. Viel Platz, schönes Interieur und entspannte Atmosphäre. Aber es ist auch der teuerste Einzelposten im Budget, denn die Miete ist trotz Sonderpreises immer noch verhältnismäßig happig. Nur: was tut man nicht alles für so ein Schmuckstück von Bude im Film? Vier Stunden haben wir dort zugebracht, uns prächtig amüsiert und gestalterisch ausgetobt. Für eine Szene hat meine Assistentin Franzi Kneissl richtig losgelegt und dekoriert. Aber passen Sie selbst mal auf, wenn Sie den fertigen Film ansehen. Sie werden wissen, was ich meine :-)  

Drehtag 8: Montag, 14. März 2011: Abends im Funkhaus in der Semmelstraße

Wir verquicken ja gerne Realität und Film-Phantasie. So auch dieses Mal: Funkhaus-Nachrichtenmann Christoph Schmid spielt sich selbst. Einmal in einer Szene mit anderen Journalistenkollegen (die wir erst noch drehen müssen), aber er ist auch an seinem Arbeitsplatz und mit seiner Stimme zu sehen und zu hören. Dazu schlugen wir abends nach 19 Uhr mit einem Hit-an-Run-Team (bestehend aus Franzi, Ralf und mir) im Funkhaus auf. Dort zeichneten wir Chistophs Nachrichten-Takes in einem Schwung auf. Profi wie er ist, hat er alles gleich beim ersten Mal eingelesen, während im Gong-Studio nebenan Andy Puhl seine Abendsendung moderierte. Andy tritt übrigens im kommenden Projekt "Falschspieler" auf. Dieses Jahr können ihn die Leute als einen von gefühlt 5000 Statisten in der Musketier-Verfilmung erahnen :-) Nichts desto trotz: die Schmid'sche Aktion war nach 15 Minuten gelaufen. So machts auch dem Papa Spaß :-) 

Drehtag 7: Sonntag, 13. März 2011: Zu Gast bei Nerds

Die erste Location-Suche via twitter und facebook war erfolgreich. Nach einem Aufruf bei diesen beiden Social-Media-Netzwerken nach einem geeigneten Drehort als Wohnung für unser Kommissars-Pärchen Susi Müller und Gerald Rabe kam via twitter die kurze, knappe Frage: "Zieht Ihr Euch auch die Schuhe aus?" von einer gewissen Katha. Damit war das Eis sofort gebrochen, und ein paar Mails und einen Anruf später hatten wir die Wohnung. Katharina und ihr Freund Matthias sind zwei Webdesigner, die in der Würzburger Blogger- und Internetszene zuhause sind. Sie haben eine schnuckelige kleine Wohnung, ideale Platzverhältnisse und - zwei Katzen, die uns neugierig beobachteten, als wir uns für zwei Stunden in der Wohnung breitmachen durften. Und wir haben auch ein richtiges IPad als Uhr in den Film mit integriert :-) Jedenfalls hats uns Spaß gemacht, und der Kontakt mit Katharina und Matthias war auch supernett. Hoffe wir bleiben in Verbindung!  

Drehtag 6: Dienstag, 22. Februar 2011: Hit-and-run-Dreh im alten Reinfurt-Gebäude

Heute haben wir zum ersten Mal in unserer Filmgesichte eine Green-Box-Aufnahme gemacht. Franz Barthel, Ex-BR-Moderator und ein mir sehr lieber Schreiber-Kollege, mimte sich selbst als Moderator einer fiktiven Nachtjournal-Sendung des ebenfalls fiktiven Lokalfernsehens TV-Frankenwarte. Gedreht wurde das Ganze in den leerstehenden Gebäuden der ehemaligen Gebrüder Reinfurt KG in der Gneisenaustraße. Kurz und schmerzlos war's, der Franz ist halt immer noch ein Profi und verbabbelt sich so gut wie nie. Aufgenommen hat unser Jochen mit einer Canon-HD-Spiegelreflexkamera. Ja, die Dinger können auch Video, und wie! Ein ganzes Filmprojekt wie das unsrige möchte ich zwar nicht mit sowas filmen müssen, aber für solche Aktionen, die danach tricktechnisch am PC aufgearbeitet werden müssen, ist sowas genial.

Jetzt ist erstmal eine quasi Faschingszwangspause. Ein großer Teil meiner Crew ist ja haupt- und ehrenamtlich im Rettungsdienst aktiv, die während der depperten "närrischen Zeit" immer gut zu tun haben. Und andere feiern halt gerne. Mitte März geht's weiter...  

Drehtag 5: Sonntag, 20. Februar 2011: Dreharbeiten in der Rechtsmedizin

Für manchen war der Drehort ja nix neues: 2003 hatten wir schon das Vergnügen, im Sektionssaal der Rechtsmedizin drehen zu dürfen. Auch dieses Mal sind wir wieder dort, zum zweiten Mal. Allerdings mit größerem technischen Aufwand als damals. Und mit einem Gast-Darsteller, den ich schon lange im Visier hatte: Markus Grimm, vielfach ausgezeichneter Schauspieler, hat sich von mir breitschlagen lassen einen etwas - sagen wir mal - sozial inkompetenten Pathologen zu spielen. Diese Rolle konnte nur er ausführen, und nachdem er in seiner unnachahmlichen Art loslegte, wusste am Set auch jeder, warum ich Markus haben wollte. In Mannheimer Rheinhessisch, akzentuiert gestikulierend, war es ein Riesenspaß ihm zuzusehen. Fand auch seine Assistenzärztin Anke Hanselmann, die wir beim Casting 2010 entdeckten. Mal überlegen, ob wir die Paarung beim nächsten Mal wieder gemeinsam auftreten lassen. Hat was, die zwei :-))

Auch unsere Leichen hielten tapfer durch. Assistent Andy Fritz als Leiche mit der Stopuhr, und Jonas Compensis als eigentliche "Hauptleiche" Hermann König. Richtig professionell verkniff er sich jegwelches Lachen oder Blinzeln, und das war wahrhaftig nicht gerade einfach.

Ein großes Dankeschön hierfür an Dr. Thomas Tatschner von der Rechtsmedizin, der uns den Dreh so unkompliziert ermöglichte. Es gibt Behörden, die stellen sich tatsächlich schlimm an... aber hier: alles Okidoki. Und natürlich an meine Crew: alles funzte reibungslos! So darf's weitergehen.

Mittwoch, 16. Februar 2011: Zwischenspiel und Terminsuche

Hat ja keiner gesagt, dass es einfacher werden würde. In unserer Hektomatik-Welt weiß man ja vor Terminen bald nicht mehr, wo man zuerst hin soll oder was man warum den Vorzug gibt. Ich entpuppe mich als Improvisationsweltmeister, was das Koordinieren der Drehtermine für dieses Projekt angeht. Zwar stand ein Dreh im März schon fest, der muß aber durch einen anderen ersetzt werden, weil einer der Gastdarsteller einen unaufschiebbaren Auslandstermin hat - that's life, würde ich sagen :-)

Morgen schau ich mir eine Wohnung zum Drehen an. Bin schon mal sehr gespannt: zwei Katzen (die ich ja als Tiere wirklich sehr mag....hoffentlich sind die Heizis streß-resistent :-) und Schuhe raus. Da heißts dann Hauspantoffeln mitnehmen - hatten wir auch noch nie, aber wenn's passt, warum net :-)  

Außerdem gilt es, einen Hau-Ruck-Dreh vor einer Green-Screen zu organisieren. Ich bin ja mal gespannt...

Drehtag 4: Sonntag, 6. Februar 2011: Alles im Lot und Klischee-Erfüllungen

Eins vorneweg: der russische Hausmeister war heute weder zu sehen noch zu hören. Der Dreh lief zwar leicht chaotisch, aber produktiv ab. Vor allem haben die Gastdarsteller dazu beigetragen, die sich von der Choreografie her wunderbar einbrachten. Daniela Kunz verwandelte sich in ein glaubhaftes Szene-Mädchen, Markus Rakowsky als renitenter Philipp Pfeuffer war richtig geil. Die arme Claudi Großkopf als "Strobels" neue Partnerin Tina Aschenbrenner durfte zwei Falschen auf ihrem hübschen Haupt zerdeppern lassen und Wolfgang Laug sich in gekonnter Manier am sich heftig wehrenden Tatverdächtigen austoben.

Dazu haben wir ein kleines lokal-satirisches Schmankerl eingebaut, von dem ich noch nichts verraten möchte. Ich bin nur mal auf die Reaktionen gespannt, wenn der Film gezeigt wird :-)))

Samstag, 5. Februar 2011: Unheimliche Begegnung der dritten Art...

Gerade ein Musterbeispiel von gelungener Integration erlebt: der russische Hausmeister des Wohnblocks, in dem wir morgen drehen, droht mit der Polizei, wenn wir nicht sofort die Autos, aus denen wir unser Equipment entladen wollten, vor dem Haus wegfahren... Vernünftige Argumente ziehen nicht, der Kerl klingelt bei Bastian und macht 'nen Molly. Andy Fritz überzeugt mich, den Kerl in Ruhe zu lassen. Ich hätte ihm am liebsten mit meinen nicht vorhandenen großen Brüdern gedroht. Das kann ja heiter werden... 

Drehtag 3: Sonntag, 23. Januar 2011: Der traditionelle, "erste" Drehort

Wir haben zwar schon 2010 zwei Sachen eingeschossen, aber nun ging's erst richtig offiziell los. Seit "Fröhliche Weihnachten" schon traditionell ist der erste Dreh in Hans-Bernds Apotheke, und da in seinem Labor. Im Dadord ist dies die Behausung der Spurensicherung. Und da gibt's ab jetzt auch ein neues Gesicht: Silvia Forster aus Güntersleben, spielt die neue Tatortermittlerin "Hermine Schnürle". Wie's der Name schon leicht andeutet ist die Dame aus Baden-Württemberg, genauer gesagt aus Nürtingen (da stammt auch Harald Schmidt her!). Sie wohnt schon seit Jahren hier im Fränkischen, hat sich aber ihr Idiom glücklicherweise nie abgewöhnt. Ich kenne Silvia schon seit 5 Jahren, theatermäßig ist sie mir aber erst vor zwei Jahren im Chambinzky aufgefallen. Dass ich sie irgendwann mal besetzen wollte, wusste ich ziemlich schnell. Dann ergab sich durch den Ausstieg von Andy Kessler eine Rollenneubesetzung in der Dadord-SpuSi, und ich dachte mir: zwei Minderheiten auf einmal in der Rolle, das wär's... Frau und Schwäbin, perfekt. Und ich muß sagen, sie hat sich sofort integriert, wurde vom ganzen Team herzlich auf- und angenommen und ist ein sehens- und hörenswerter Neuzugang.

Was den Dreh anbetrifft, stelle ich eine große Routine fest. Alles klappt nahezu am Schnürchen, die Regieassistenz von Franzi und Andy hat am Monitor alles im Griff und ich kann mich auf die Regie konzentrieren. Großes Lob insgesamt an die Crew vor und hinter der Kamera. Ich weiß auch nicht, ob es zunehmende Erfahrung oder altersmäßige Abgebrühtheit ist, aber: Gerald als Kommissar Rabe wird immer "Rabiger". Sprich, er verkörpert den Kommissar immer besser. Ich denke, dass wird man am Ende des Films als ganz positiven Aspekt mitnehmen.

Jetzt geht's planungsmäßig in die nächste Runde, der Februar könnte richtig ergiebig werden.

Dienstag, 4. Januar 2011 : So langsam...

...kommen wir in die Puschen. Die Requisitenliste ist geschrieben, der erste Dreh wird am 23. Januar stattfinden - traditionell in Hans-Bernds Apotheke in Arnstein. Zwei Szenen, mit einer neuen Spurensicherungskollegin, die schwäbelt. Das wird bestimmt witzig. Und die Seite hier ein wenig aktualisiert. Gut Ding will halt Weile haben...

Drehtag 2: Sonntag, 28. November 2010: Jetzert aber...

Okay, okay - eigentlich wollten wir ja wirklich erst im Januar 2011 anfangen. Jetzt haben wir aber doch schon mal losgelegt. Darsteller und Crew waren sofort dafür, jetzt schon mal eine Szene zu drehen. Dafür haben wir uns auch gleich ein Brett rausgesucht: Else Kringel, die resolute Hausmeisterwitwe aus Stricks Lindleinsmühlen-Wohnblock, zum "Verhör" bei der Polizei - das war schon richtig happig. Karin Laug, die Darstellerin der "Else", ist schon ein echtes Improvisationstalent und wirkt daher schon recht natürlich. Da ist es für die anderen Darsteller freilich schwierig, beim Dreh und im Dialog mit ihr ernst zu bleiben. Aber Gerald Schneider, Ulf Pieconka, Thomas Behl und letztlich auch Susanne Breit haben das ganz souverän gemacht. Fazit: ein Riesenspaß für alle Beteiligten. Und das fertige Produkt hoffentlich für alle Zuschauer!

Premiere hatte gestern auch unser neu zusammengesetztes Streifenpolizistenpaar Claudi Großkopf und Wolfgang Laug. Zwar ohne Text, aber dennoch stimmte die Chemie gleich von Anfang an. Und unser Fan Frank Fiebig ergatterte über das Casting im Juli eine kleine Rolle in der Szene. Überhaupt hat die Crew wieder sehr gute Leistung gezeigt. Der Aufbau einen Tag zuvor funktionierte reibungslos und auch der Dreh selbst verlief ohne Reibereien. So macht's wieder Spaß. Und macht Lust auf die nächsten Drehs :-)

Drehtag 1: Samstag, 16. Oktober 2010: die erste Szene zu "Vollmond" ist im Kasten.

Ja ja. Ich weiß. Offiziell geht es erst im Januar los. Trotzdem haben wir eine so genannte Flashback-Szene schon drei Monate vor dem eigentlich Drehstart gefilmt. Da diese Jahreszeitenmässig nicht an den Sommer gebunden ist, hat das regnerische Wetter sogar ganz gut gepasst. Die Crew war heiß, unsere Komparsen und Gast-Star Birgit Süß waren auch gut drauf und so konnte uns die niedrigen Temperaturen und die klammen Klamotten nix anhaben. Gedreht haben wir auf dem Parkplatz von Stricks Filmwohung, der Hochhausanlage in der Schwabenstraße 16. Tage vorher hatten wir die Anwohner mittels Flugblättern vom Dreh informiert, und so konnten wir weitestgehend unbehelligt in knapp 90 Minuten 55 fertige Sekunden Film einschießen. Die neuen Assis Franzi und Andy haben sich gleich bewährt, so stell ich mir das vor. Beide haben penibel auf alles am Monitor geachtet, und so kam echt sehr gutes Material heraus. Außerdem hatten wir Besuch am Set: einer unserer größten Fans, der 13-jährige Florian Grünberg aus Güntersleben, trotzte wie alle anderen Beteiligten dem Regen. Uns hat es Spaß gemacht, dem Jungen eine echte Freude zu bereiten.

Mal gucken, vielleicht geht ja noch was mehr in diesem Jahr. Wir werden sehen. Eine kleine Bildergalerie vom gestrigen Dreh finden Sie hier. Einfach die Bilder anklicken, dann werden sie größer und Sie können sich durchklicken.

Hufe-Scharren... Erstes Treffen der Produktionscrew für "Vollmond" am Sonntag, den 19. September 2010

Schee war's. Durch glückliche Umstände hatten wirklich alle Beteiligten hinter der Kamera Zeit, für eine erste Vorbesprechung bei mir zuhause vorbeizuschauen. Eineinhalb Neue sind auch dabei... 1 1/2 deshalb, weil Andy Fritz nicht wirklich neu ist - er hatte 1983 den Geistesblitz mit radio rimpar tv und initiierte damals die Hobbyfilmgruppe zusammen mit mir. Ich freue mich wirklich, dass er jetzt als Regieassistent quasi "nach Hause zurückkommt". Ein wenig frischer Wind und andere Sichtweisen könnten der Sache mal ganz gut tun. Das verspreche ich mir auch von Franziska Kneissl, sozusagen unserem Nesthäkchen. Sie beerbt Nina Jünemann, die leider wieder zurück nach Niedersachsen gehen wird. Franziska hat auch schon kleinere Filme in ihrem Freundeskreis produziert und weiß, wie man so ein Projekt aufzieht. Von daher ist sie mit Sicherheit eine Verstärkung. Und der Rest vom Schützenfest ist auch wieder mit von der Partie. Wir haben uns darauf verständigt, Mitte Oktober einen ersten Flashback-Dreh zum neuen Dadord "Vollmond" zu produzieren. Nix Großes, aber zum Wieder-Eingewöhnen. Alle sind schon heiß drauf, wieder was zu machen. Und so wie's aussieht, werden die kommenden zwei Jahre nicht langweilig werden: wenn die Darsteller mitmachen, wird unmittelbar nach "Vollmond" auch gleich "Falschspieler" produziert werden. Dieses Projekt war eigentlich für 2011 vorgesehen, aber aufgrund der sauguten Idee unseres Jochen Krapf mit "Vollmond" zogen wir dessen Konzept vor. Egal, sei's drum: Ihr werdet von uns hören. Bzw. Sehen :-)   

Nach dem Casting. Montag, der 19. Juli 2010

Boah, ey. Um 15 Uhr war's soweit: Co-Produzent Herbert Nebel, an dem Tag "Casting-Empfangschef" im Hotel Mercure, stoppte nach 71 Bewerbungen die Annahme weiterer "Probanden". Sonst wären wir um 22 Uhr immer noch dagesessen :-) Als wir um 18 Uhr gingen, wollte sich noch ein für den Stadelwirt gestyltes Blondie casten lassen. Haben wir abgelehnt - wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

Es waren schon ein paar Perlen dabei, Weiblein wie Männlein. Aber die Verhaltensauffälligen werden halt immer länger registriert. Die intern vergebenen Spitznamen für diese drei Herren verkneife ich mir jedoch. Ich will ja nicht a la Dieter Bohlen verklagt werden... Das Volk schreit bereits nach einem Video von den Auftritten. Hm, werde dazu morgen mal ins Studio gehen :-) 

Dank an meine ganzen Crew, die diesen Tag gelingen ließ: meine Co-Produzenten Ulf Pieconka und Herbert Nebel, Vollmond-Erfinder Jochen Krapf, Lis Böhm und Natascha Frey für's Bögen-verteilen und Probanden-Einweisen, Toni Ralf Schrüfer, Kameramann Bastian Samfaß, Making-Of-Man Bert Krapf, unseren ehemaligen Aufnahmeleiter Tilman Strauch und Schauspielikone Achim Beck als Mit-Juror.

Stolz wie Oskar. Net wie "der" Oskar, aber doch! Montag, 17. Mai 2010

Heute haben mir zwei Größen der Würzburger Kulturszene ihre Mitwirkung an "Vollmond" zugesagt: Birgit Süß und Markus Grimm.

Birgit tritt als Solo-Comedienne ebenso auf wie im Duo mit Heike Mix, die ja bei "Tod im Wengert" die Witwe des Mordopfers so eindrucksvoll spielte. Außerdem moderiert Birgit bei Radio Gong, womit wir schon fast traditionell wieder eine Moderatorin des Würzburger Funkhauses mit an Bord hätten...

Aur Markus freue ich mich ganz Besonders. 2005 hatte ich die Ehre, beim "Fränkischen Jedermann" im Würzburger Rathaushof fünf Spielwochen lang jeden Abend eine Rasierschaum-Torte von ihm ins Gesicht zu bekommen, um Schuldenerlaß zu betteln und als debiler Festgast sein Ableben als Hauptfigur mitzubekommen. Markus Grimm hat einen Teil der Hauptdarsteller bei einem Wochenendseminar gecoacht und uns erst darauf gebracht, unseren Heimatdialekt auch in den Rollen zu sprechen, sofern wir das können ;-) Indirekt ist er also auch für den großen Erfolg der Dadord-Reihe verantwortlich. Und nun spielt er bei uns einen verschrobenen Rechtsmediziner - das wird garantiert eine Brecher-Szene im neuen Film. 

Wow, ich freue mich auf den Projektstart im Januar 2011! 

Totale Verpeilung. Nette Frozzeleien. Und weiter im Text. Sonntag, 2. Mai 2010

Man treibt sich ja in diversen Internetforen und -Netzwerken herum. Neulich werde ich von einer Mittvierzigerin angesprochen, ob "denn wieder ein neuer Film herauskommt". Ich weise die Dame darauf hin, dass bereits im Januar Kinozeit war und der dort gezeigte Streifen mittlerweile schon auf DVD erschienen ist (persönliche Betreuung ist ja immer ganz wichtig...;-). Einen neuen Film gäbe es ab 2012 zu sehen. Daraufhin die Frau: "Ist das der mit dem toten Winzer, der im Weinberg hockt? Da hab ich was im Fernsehen gesehen..." Was in manchen Köpfen oder Terminkalendern nur so vorgehen mag, hab ich mich gefragt. Vielleicht ist sie auch nur vielbeschäftigt, wer weiß. Trotzdem schön, wenn man irgendwie registriert wird.

Am vergangenen Mittwoch wurde die TV-Touring-Sendung "Menschen" gezeigt, in der ich angenehme 14 Minuten mit Maria Saemann plaudern durfte. Hat echt Spaß gemacht. Weil - Maria kennt mich jetzt auch schon eine Dekade lang und hat die Entwicklung von rrtv mitgekriegt. Von daher weiß sie, wie und was Fragen sind, die die Zuschauer interessieren und auf die ich auch entsprechend antworten kann. Früher hatte ich die schlechte Angewohnheit, in solchen Interviews sehr ausgiebig zu schwafeln. Heute schwafle ich nur noch auf den Punkt :-) Einige Freunde und Bekannte, die die Sendung gesehen haben, frozzelten danach richtig rum... von wegen glasige Augen bei der Moderatorin. Auch von Anhimmeln war die Rede. Ihr Säckel ;-) Ich bin ja nicht Robbie Williams. Höchstens eine Kreuzung von Bruce Willis für Fußgänger und Homer Simpson :-)  Himmelt man sowas an?!!?

Die Woche habe ich eine neue Darstellerin gecastet. Claudia Großkopf, die schon in diversen Stücken am Theater Chambinzky mitwirkte, wird künftig unsere Polizistenriege im Dadord-Ensemble verstärken. Eine echt nette junge Frau, der der Schalk aus den Augen blitzt und mit der wir sicherlich viel Spaß haben werden. Und sie mit uns. 

Die Hälfte der ersten Drehbuchfassung von "Vollmond" ist geschrieben. Story-Erfinder Jochen Krapf und ich nutzten den Maifeiertag und haben am bisherigen Material ein paar Details geändert. Ich freu mich schon auf die Dreharbeiten, weil die wieder in ein paar Punkten eine echte Herausforderung darstellen. Wir haben neue Leute dabei und neue Drehorte. Aber erst mal langsam.

Am Tag danach - und eine Kritik. Donnerstag, 22. April 2010

Gestern Abend war's soweit: im Südwestfernsehen konnte der geneigte Zuschauer bundesweit zumindest mal erahnen, was wir bei radio rimpar tv mit dem Dadord so treiben. Immerhin fünfeinhalb von 45 Minuten durfte die Crew Würzburg repräsentieren. Und ich finde, wir kamen allesamt gut rüber. Am 2. Mai um 16 Uhr gibt's das Ganze nochmal im Nachmittagsprogramm der ARD. Prompt kamen über unseren Online-Shop Bestellungen überwiegend aus dem Westen der Bundesrepublik. Wir hätten vielleicht doch hochdeutsche Untertitel in die DVD einbauen sollen...

Apropos DVD. Hier ein Link zu einer wie ich finde fairen Kritik im Blog des Lokalfernsehens: 

http://tvtouring.com/blog/2010/04/22/filmkritik-dadord-wuerzburch-tod-im-wengert/

Passt scho' . 

Lang, lang ist's her...zu Gast bei TV-Touring. Montag, 19. April 2010

Hab mich sehr gefreut, als mir Maria Saemann - Redaktionsleiterin von TV-Touring - ein E-Mail schickte, um anzufragen, ob ich Lust auf ein Interview im Rahmen der Sendung "Menschen" hätte. Klar hatte ich. Ich war früher schon ein, zweimal da. Maria kennt unsere Gruppe auch schon geraume Zeit und hat die Entwicklung über die Jahre hinweg mitbekommen. Von daher machte es auch einen Heidenspaß, locker vom Hocker mit ihr zu ratschen. Ausgestrahlt wird die Sendung voraussichtlich am Mittwoch, den 28. April um 18.30 Uhr. Mal gucken, ob auch alles drinbleibt, was wir so erzählt haben :-) 

Am Mittwoch, den 21. April zeigt das Südwestfernsehen die Doku "Reisewege - von Würzburg nach Füssen". Letztes Jahr war Redakteurin Silvia Leiendecker ja mit mir und auch der Crew unterwegs, weil wir die Ehre hatten, Würzburg zu repräsentieren. Geile Sache war das, vor allem der Abschluß unten am Stadtstrand :-) Sendezeit: 21 Uhr.

Neuer Blog, neues Glück... Samstag, 10. April 2010

Ich hatte es ja angekündigt. Der Drehblog zu unserem Projekt "Tod im Wengert" ist Vergangenheit, jetzt wird in die Zukunft geschaut! Wobei mich und die ganze Crew der letzte Dadord noch geraume Zeit - in positivem Sinne - verfolgen wird. Nicht nur, dass die DVD hammermässig gut läuft. Allenthalben werden die Beteiligten an der Produktion - meist natürlich die Schauspieler - überall erkannt und angesprochen. "Sie sind doch der/die Polizist/in und oder Anwältin oder Killer oder oder oder...aus dem Dadord Würzburch!" Coole Sache. Grell auch, wenn man sein Auto auf der Juliuspromenade parkt und einem ein "Ey, Strick! Gemmer 'n Döner ess?!?!" hinterherschallt. Spätestens da wird einem klar, dass man sowas wie eine so genannte "lokale Marke" mit dem Dadord Würzburch geschaffen hat. 

Unser Publikum fragt auch permanent nach, wann denn der neue Dadord kommt. Geduld, Ihr Lieben, Geduld. Derzeit sitze ich daran, aus dem Skript mit der Idee von Jochen Krapf ein Drehbuch zu adaptieren. Da fließen freilich auch noch eigene Ideen ein, mein Mit-Autor Johannes Wolf hat auch noch einige Anregungen usw. Gut Ding will Weile haben. 

Dieses Jahr stehen erst mal die Vorbereitungen dazu an. Locations werden gesucht, Drehgenehmigungen vorab organisiert und - weil's nötig ist - einige Sachen extra für den Film an Requisiten gebaut. 

Außerdem planen wir ein allgemeines Casting, das voraussichtlich im Juli im Hotel Mercure stattfinden wird. Da freuen wir uns schon sehr drauf, denn das hat manchmal was von "Deutschland sucht den Superstar". 

Soweit reicht's mal für's Erste. Bis zum nächsten Mal, Ihr/Euer Christian Kelle 

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